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Cascading Style Sheets sind Vorlagenfunktionen für Webseiten, mit denen man die Formatierung von HTML-Texten vereinfachen, automatisieren und um einige zusätzliche Befehle erweitern kann. Eine vergleichbare Funktion kennt man von Textverarbeitungen wie Word: die Formatvorlage. Mit CSS ist es möglich, vorab bzw. zentral zu bestimmen, mit welchen Formatierungen (z. B. Schrift, Farbe, Absatztypen etc.) in einem HTML-Dokument gearbeitet wird. Die zusätzliche Bezeichnung „Cascading“ deutet übrigens darauf hin, dass CSS-Fromatierungsanweisungen mehrstufig aufeinander aufbauen können (wie man es ebenfalls von Formatvorlagen kennt). CSS-Befehle kann man wie herkömmliche HTML-Steuerzeichen (Tags) direkt an jeder benötigten Stelle im Dokument verwenden (z. B. zur Formatierung einer einzelnen Tabelle). Eleganter ist es jedoch, die Befehle zentral zu sammeln und entweder im Kopf der HTML-Seite zu hinterlegen oder – noch besser – im Kopf der Seite nur einen Verweis auf eine zentrale CSS-Datei einzufügen, aus der dann alle HTML-Seiten eines Webangebots ihre Formatanweisungen holen. Wenn ein Webbrowser ein solches CSS-HTML-Dokument einliest, lädt er zuerst die CSS-Information und führt dann während der Anzeige die eigentliche Formatierung der Webseite durch. Dieses Prinzip erzeugt nicht nur einen schlankeren und daher schnelleren Code – Hauptvorteil ist, dass sich die Formateigenschaften einer Webseite auf diese Weise leicht zentral für alle Dokumente steuern lassen (egal, wie viele das sind). Gerade grössere Webangebote profitieren immens von den Vorteilen durch CSS.
Freeware-Tipps: Obwohl moderne HTML-Editoren bzw. Webpublishing-Programme über Funktionen zum Eingeben und Verwalten von CSS verfügen, ist ein spezielles Programm manchmal eine sinnvolle Hilfe. Der Klassiker ist Top Style (https://www.topstyle4.com), das es als „Lite“-Version kostenlos gibt. Darüber hinaus bietet auch die kostenlose Anleitung SelfHTML (https://www.selfhtml.org) eine umfangreiche Dokumentation von CSS-Befehlen.
Obwohl CSS Version 1 bereits im Dezember 1996 als Standard und offizielle Erweiterung von HTML 4.0 definiert wurde (https://www.w3.org/Style/CSS, Version 2 gibt es seit 1998, Version 2.1 seit Mitte 2007 als quasi fertige „Candidate Recommendation“), ist die Unterstützung und Interpretation der Befehle durch die verschiedenen Webbrowser auf dem Markt noch immer nicht vollständig. Auch die beiden gängigen Browser unterscheiden sich im Umfang der unterstützten Befehle und in der Art der Interpretation von CSS-Dokumenten. Wichtige CSS-Grundbefehle werden aber von allen (in den aktuellsten Versionen) gut und relativ einheitliche umgesetzt. Wenn man Webseiten mit CSS gestaltet, sollte man durch einen Ansichtstest in allen gängigen Browsern einfach überprüfen, mit welchen CSS-Befehlen sie klarkommen und mit welchen nicht. Unter https://www.css3.info/selectors-test kann man dazu passend einen Onlinetest durchführen, um zu ermitteln, wie gut die CSS-Kompatibilität des verwendeten Webbrowsers ist.
Weblinks
SelfHTML bietet kostenlose Anleitungen: https://www.selfhtml.org/
Offizielle Definition von CSS (W3C): https://www.w3.org/Style/CSS/