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Das Client-Server-Prinzip ist ein wichtiges Architekturprinzip moderner Datenverarbeitungssysteme und Netzwerke. Dabei stehen einem oder mehreren Servern [Diener, „Servierer“] sogenannte Clients [Kunden, „Anfrager“] gegenüber, die von Ersteren bestimmte Dienstleistungen in Anspruch nehmen (z. B. Druckfunktionen). Vergleiche auch die Dienstleistungstypen bei Server.
Ein wichtiges Merkmal des Client-Server-Prinzip ist die gegenseitige Autonomie der Komponenten bzw. Einheiten; das heisst, ein Server bietet seine Dienste erst einmal unabhängig vom Client an, der jedoch nur solche Dienste in Anspruch nehmen kann, die ein verfügbarer Server zur Verfügung stellt. Nach der Anforderung bzw. Nutzung der Dienste hat der Client wiederum keinen Einfluss mehr auf die Abarbeitung durch den Server.
Mit dem Clienet-Server-Modell lässt sich ein Computernetzwerk nicht nur anhand seiner real existierenden Netzwerkrechner (Hardware) beschreiben, sondern auch durch „logische Einheiten“, die für andere Einheiten Dienste erbringen. Solche logischen Einheiten können z. B. Serverprogramme sein, die wiederum (und oft gemeinsam) auf einer Serverhardware laufen. Auch ein Betriebssystem ist teilweise nach dem Client-Server-Prinzip strukturiert, da einzelne seiner Komponenten (als Clients) die Dienstleistung anderer Komponenten (als Server) in Anspruch nehmen. Die Back-Office-Produktfamilie von Microsoft ist ein bekanntes Beispiel für dieses Prinzip. Dabei handelt es sich um eine Sammlung verschiedener Serverprogramme, die auf Basis eines Windows NT, 2000 bzw. 2003 Servers eingesetzt werden.
Im Gegensatz zu einem Server ist es die primäre Aufgabe eines Clients, dem Anwender eine möglichst gute Benutzerschnittstelle zu bieten. Für den Anwender ist es dabei unerheblich, ob seine Daten, die er zur Berechnung anfordert, lokal oder irgendwo im Netz von einem Server bearbeitet oder gespeichert werden. Aus diesem Konzept ergeben sich wichtige Vorteile: Mit einem Client-Server-System können Informationen und Daten angemessener verteilt werden. Ausserdem lassen sich computergestützte Dienstleistungen für viele Teilnehmer flexibler zur Verfügung stellen. Die Teilnehmer profitieren von einheitlichen Benutzerschnittstellen, verbunden mit einem ortsunabhängigen Zugriff auf ihre Daten. Und insgesamt lassen sich mit dem Client-Server-Prinzip Netzwerke besser eskalieren, wie man es ja gut am Internet sieht, dessen weltweite Verbreitung ständig zunimmt.