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Wie ihr ursprünglicher, mittlerweile an Marktbedeutung verlorener Konkurrent, die HD-DVD, wurde auch die Blue-ray Disc [„Blaustrahscheibe“] als Nachfolger der DVD bzw. DVD-Video konzeptioniert. Als Kurzbezeichnung wird BD oder BD-ROM verwendet. Die beschreibbaren Varianten heissen BD-R (einmal beschreibbar) und BD-RE (wiederbeschreibbar). Für die Normierung ist ein Firmenkonsortium rund um Sony, Philips, Pioneer, Samsung, Sharp, Dell, HP, Apple und Matsushita verantwortlich (www.blu-raydisc.com)
Neben der Speicherung bzw. Ausgabe hochauflösender Videos – orientiert an den Formaten des hochauflösenden Fernsehens (HDTV) – kann das optische Speichermedium auch für andere Daten genutzt werden. So ist die dritte Playstation-Generation von Sony mit einem BD-ROM-Laufwerk ausgerüstet, über das neben Filmen auch Computerspiele wiedergegeben werden. Blu-ray-Laufwerke und -Brenner für PCs sind ebenso wie Stand-alone-Player (zur Videoausgabe im Wohnzimmer am HDTV-Fernseher) mittlerweile in grosser Auswahl auf dem Markt. Blu-ray-Writer-Laufwerke können zusätzlich CD- und DVD-Rohlinge beschreiben. Als „1x+ (1-fache) Geschwindigkeit beim Lesen/Schreiben ist eine Datenrate von 36 MBit/s spezifiziert (etwa viermal so schnell wie bei der DVD).
Ansonsten gibt es viele Gemeinsamkeiten zur HD-DVD, gegen die sich Blu-ray aber seit dem Frühjahr 2008 durchgesetzt hat: blaues Laserlicht (405 nm), 12cm-Diskss mit mehrschichtigem Aufbau, starker Kopierschutz (AACS), HDMI-Anschlüsse für die Geräte der Wiedergabekette sowie die Möglichkeit, für Videos drei verschiedene Formate nutzen zu können (MPEG-2, H.264, VC-1). Der wichtigste Unterschied liegt bei der Speicherkapazität, die maximal 27 GByte pro Datenschicht (Layer) beträgt. Die (wieder) beschreibbaren Varianten fassen mit nominellen 25 GB etwas weniger (unter Windows als 22,5 GByte nutzbar). Doppellagige BDs können dementsprechend bis zu 50 GByte nutzen.
| Kauf-Tipps: Solltest du Mal mit einem Blu-ray-Laufwerk für seinen HD-Flachbildfernseher liebäugeln, gilt es zu beachten, dass man dabei über so manche Unzulässigkeit und Kinderkrankheit stolpern kann, die die Einführung neuer Techniken oft begleiten. So dauert es bei den meisten Playern schon mal rund eine halbe Minute nach dem Einlegen, bis es mit der Wiedergabe losgeht. Damit das Ergebnis dann auch richtig gut aussieht, sollte der HDTV-Fernseher „Full-HD“ haben (1’080, nicht 768 Bildzeilen). Da Kinofilme mit 24 statt 25 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden, sollte der Player 24p ausgeben können (p steht für progressive) – und das auch mit einer guten Qualität (ohne Ruckeln in schnellen Szenen). Und schliesslich gilt es, darauf zu achten, dass ein HDMI-Ausgang vorhanden ist, der den Surround-Sound auch in den modernen 8-Kanal-(7.1-) Varianten ausgeben kann. Wer mit einer Wiedergabe mit/über den PC liebäugelt, sollte Windows Versionen ab Vista/7 oder älter als Betriebssystem sowie eine HDMI/HDCP-fähige Grafikkarte der aktuellen Generation von Nvidia oder AMD ATI haben. |
BDXL
Der BDXL-Standard erweitert Blue-ray Discs um drei- und vierlagige Datenträger, die 100 bzw. 128 GByte an Daten aufnehmen können. Die Spezifikation sieht sowohl Einmalmedien als (BD-Rs) als auch wieder beschreibbare BD-RWs vor. BDXL-Medien können mit 2x- oder 4x-Geschwindigkeit genutzt werden und unterstützen die Dateisysteme UDF 2.5 und 2.6. Um solche Medien nutzen zu können, sind spezielle BD-Player, -Rekorder und -Laufwerke erforderlich, die allerdings abwärtskompatibel sind und somit auch 1x- und 2x-BDs verwenden können. Der Einsatzbereich solcher „grossen“ BDs liegt wohl überwiegend im Bereich der professionellen Archivierung von Videomaterial.