BitTorrent

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BitTorrent ist ein Filesharing-System bzw. -Protokoll, das insbesondere den Download grösserer Dateien bzw. Dateimengen erleichtert. Die Dateien werden dazu vom ursprünglichen Anbieter in –  mit Prüfsummen gesicherte – Teile zerlegt und über eine sogenannte Torrent-Datei – zumeist auf einer Webseite – zum Download angeboten. Anschliessend wird die verfügbare Übertragungsbandbreite/-Kapazität durch eine geschickte Lastverteilung auf möglichst viele Clients (File-sharing-Teilnehmer) erhöht. Die Bezeichnung BitTorrent gehört als eingetragenes Markenzeichen der BitTorrent Inc., auf deren Webseite (www.bittorrent.com) der klassische BitTorrent-Client (Filesharing-Software) kostenlos zur Verfügung gestellt wird und auch eine entsprechende Suchmaschine vorhanden ist.

Im Unterschied zu den meisten bisherigen Filesharing-Systemen erleichtert BitTorrent die schnelle, stabile Distribution von Dateien an viele Nutzer, indem diese beim Download bereits heruntergeladene Teile selbst wieder für andere zu Verfügung stellen müssen. Wer einen BitTorrent-Download anfragt, muss also im Gegenzug anderen seine Uploadkapazitäten anbieten und wird selbst zur Quelle. Auf diese Weise belohnt das System Downloader mit einer steigenden Transferkapazität und stärkt populäre Inhalte. Umgekehrt gibt es aber auch Nachteile: Die Verteilung selten nachgefragter Dateien wird durch BitTorrent kaum gefördert. Schlecht verfügbare Teilstücke einer Datei erweisen sich als Nadelöhr des Systems oder gar verschwinden.

Der praktische Ablauf eines BitTorrent-Filesharings basiert im Prinzip auf drei Komponenten: Ein Tracker genannter Server(teil) verwaltet aktiv die Verteilungsinformationen einen oder auch mehrerer Datei(en). Ein Client(teil) startet den Download über die schon erwähnte Torrent-Datei, die Informationen über die Datei (Name, Grösse, Teile und ihre Prüfsummen etc.) sowie die Netzwerkadresse eines oder mehrerer Tracker enthält. Die Torrent-Dateien sind normalerweise nur wenige KByte gross. Die meisten aktuellen BitTorrent-Implementationen integrieren die Tracker- und Clientfunktion in ein Programm (werden etwas fälschlich „trackerless“ oder „trackerfree“ genannt) und arbeiten daher völlig dezentral. Neben eigenständigen BitTorrent-Clients (siehe Freeware-Tipp) gibt es auch in andere Programme integrierte Lösungen, wie z.B. die BitTorrent-Unterstützung im Webbrowser Opera.

Die Lastverteilung durch die aktive Hinzunahme aller Clients am Up-/Downloadprozess basiert auf dem Umstand, dass jeder Client nach Erhalt eines Dateistücks (und seiner Überprüfung anhand des Hashwerts) dem Tracker die nun zusätzliche Verfügbarkeit dieses Teils mitsamt seiner Adresse mitteilt. Der Tracke übermittelt diese Informationen dann an alle anderen Clients. Jeder (Tracker-) Prozess ist dabei durch die Informationen in der Torrent-Datei sowie ihre grundsätzliche Verfügbarkeit bzw. Entfernung steuerbar und von anderen Prozessen klar unterscheidbar. Jeder Download bzw. jede BitTorrent-Dateisammlung stellt also eine Art abgeschlossenes Filesharing-System in sich dar. Aus diesem Grund verwenden nicht nur private Filesharer, sondern zunehmend auch kommerzielle Anbieter BitTorrent zur Distribution von Software und Dateien bzw. Medien. Viele Open-Source-Projekte wie Linux-Distributionen sind beispielsweise so verfügbar. Und auch Fernsehanstalten wie die englische BBC arbeiten an BitTorrent-basierten Lösungen, um digitalisierte Programmsendungen über das Internet möglichst effektiv vielen Zuschauern zugänglich zu machen. Lösungen auf Basis zentraler Streaming-Server mit klassischen Übertragungsprotokollen wie HTTP oder FTP wären dagegen bei grossen Zugriffsraten sowie Datenmengen bzw. Übertragungsvolumen total überfordert. Zudem verringern sich für den ursprünglichen Anbieter bei dieser Art von Distribution auch drastisch die Transferkosten, weil diese gleichmässig auf die Empfänger bzw. Nutzer übertragen werden.

Freeware-Tipp: Wie schon im Text erwähnt, verfügt der Webbrowser Opera über eine eingebaute BitTorrent-Funktion. Aufgrund der grösseren Leistungsfähigkeit und der zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten empfiehlt sich aber die Nutzung eines eigenen BitTorrent-Client wie μTorrent (www.utorrent.com). Übrigens: Da das griechische „Mü“-Zeichen oft nicht dargestellt werden kann, ersetzt man es beispielweise auch in der Webadresse durch ein einfaches „u“. Das Programm ist dank eines gut gemachten Einrichtungs-Assistenten leicht in Betrieb zu nehmen. Man muss nur beachten, dass man in der Firewall von Windows und insbesondere auch des DSL-Routers eine Portfreigabe auf die Portnummer 32459 einrichten muss. Anschliessend verknüpft man die Torrent-Dateien mit dem Programm und schon kann der Download losgehen.

uTorrent

BitTorrent v.4.1.7 Version beim Download in Aktion. Interessant sind die Informationen, die das Program während des Downloads anzeigt. Hier beispielsweise Daten über die Rechner, die an der Datenübertragung beteiligt sind. DAs Sharing erfolgt weltweit über Dutzende Clients.

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