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Beta-Version ist die Bezeichnung für eine bereits lauffähige, aber noch nicht für den Vertrieb freigegebene Version einer Hardware oder Software. Diese Version dient dem Testen und zum Auffinden von Programmfehlern, welche für die endgültige Version dann noch bereinigt werden müssen.
Eine Beta-Version ist die erste Version einer Software respektive eines Computerprogramms, kann aber aber für Hardware verwendet werden, welche vom Hersteller zu Testzwecken veröffentlicht wird. Der Begriff ist nicht exakt definiert, als Faustregel zur Abgrenzung einer Beta-Version von anderen Versionen gilt in der Regel, dass in ihr zwar alle wesentlichen Funktionen des Programms implementiert, aber noch nicht vollständig getestet sind. Das Programm kann oder wird daher unter Umständen noch viele, evtl. auch schwerwiegende Fehler enthalten, die einen produktiven Einsatz nicht empfehlenswert machen.
Der Nutzen eines Betatests besteht insbesondere darin, dass Fehler, die typischerweise erst in der Praxis auftreten (wie zum Beispiel Konflikte mit anderen Programmen, Probleme mit bestimmten Hardwarekomponenten, missverständlich umgesetzte Anforderungen oder Unklarheiten in der Benutzeroberfläche), schon vor der finalen Veröffentlichung (englisch genannt: „Release“) des Programms erkannt und behoben oder zumindest dokumentiert werden können.
Als Betatester bezeichnet man im Allgemeinen den oder die ersten unabhängigen beziehungsweise anonymen Fremdtester und Anwender.
Beta-Versionen von Programmen sind in der Regel an der 0 als Hauptversionsnummer – diese Variante gilt natürlich nur für die Beta-Versionen vor der ersten fertigen Version (1.0) – oder dem Namenszusatz Beta zu erkennen.
Beta-Versionen werden normalerweise nicht auf dem gleichen Weg wie Release Candidates oder fertige Versionen vertrieben. Folgende Möglichkeiten finden Verwendung:
- In (un)regelmäßigen Abständen werden definierte Snapshot (aktuelle Entwicklungszustände) aus dem Quellcodeverwaltungssystem generiert und en bloc entweder im Quellcode oder als vorkompiliertes Paket angeboten. Dies kann täglich (Nightly Build), wöchentlich oder zu beliebigen anderen Terminen, die die Entwickler für angemessen halten (z. B. nach Fertigstellung eines Subsystems), erfolgen. Eine solche Version kann auch ein automatisches Bugtracking-Modul enthalten (siehe z. B. Amarok), um den Betatestern die Fehlerberichte an die Entwickler zu erleichtern. Dies ist bei großen Projekten mit definierten Entwicklungszielen und einem festen Veröffentlichungszeitplan üblicherweise der Normalfall (z. B. bei GNOME).
- Die Betaversion wird im Quellcodeverwaltungssystem zu einer definierten Revision mit einem Tag (einer Markierung) versehen, aber sonst nicht gesondert behandelt. Unabhängige Anbieter können dann diesen Entwicklungsstand als Basis für ihre vorkompilierten Pakete verwenden. Dies kommt bei sich sehr schnell ändernden Projekten, die unter Umständen ganz ohne oder nur mit seltenen festen Releases arbeiten, bei denen aber trotzdem allgemeines Interesse an aktuellen Versionen besteht, zum Einsatz.
- Es gibt keine feste Beta-Version, Beta ist das aktuelle HEAD, also der sich ständig ändernde, tatsächliche Entwicklungsstand. Betatester müssen den derzeitigen Stand selbst aus dem Quellcodeverwaltungssystem herunterladen, konfigurieren und kompilieren, diese Tätigkeit wird normalerweise durch vom Projekt bereitgestellte Skripte automatisiert erledigt. Dies ist der häufigste Fall, kann aber auch mit einer der beiden vorherigen Methoden kombiniert werden (das ist die Regel).Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Entwicklungsstadium_(Software)#Beta-Version