Beamer [projector]

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Das Wort Beamer ist – ähnlich wie Handy – ein sogenannter „false friend“, da es sich um ein nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz übliches, jedoch englisch klingendes Wort handelt. Im englischen Sprachraum verwendet man dagegen den Begriff „Projector„. Es handelt sich um ein zu klassischen Diaprojektoren vergleichbares Gerät zur Darstellung von Bildern, Präsentationen oder Videos auf einer (Lein-) Wand. Ein Beamer kann je nach Modell und Einsatzzweck über verschiedene Anschlüsse mit Bildinformationen versorgt werden: über den Ausgang einer Grafikkarte (D-Sub analog und DVI digital), über einen herkömmlichen Videoanschluss (Composite-Video, S-Video etc.) oder für HDTV-Kompatibilität mit HDMI. Videoanschlüsse und HDMI dienen dem Einsatz als Heimkino, während Beamer mit Computeranschluss für Bildschirmpräsentationen bzw. Vorträge gedacht sind.

Die Lichtintensität wird dabei in ANSI-Lumen gemessen und bestimmt neben dem Gewicht am stärksten den Preis. Als Faustregel kann man sagen, dass ca. 1.500 ANSI-Lumen für einen Tageslicht hellen Raum ohne Abdunklung ausreichen, sofern keine direkte Sonneneinstrahlung durch die Fenster vorhanden ist. Geräte mit 2.000 oder mehr ANSI-Lumen kommen auch in grösseren und Tageslicht hellen Räumen klar, sind jedoch entsprechend teurer. Neuere LED-Beamer bieten bisher nur Werte von unter 100 ANSI-Lumen, was lediglich für abgedunkelte Räume reicht.

Weitere Qualitäts- bzw. Kostenfaktoren sind Bauform, Lautstärke und Bildauflösung. Kleine und leichte Geräte erfreuen sich bei Firmen in Kombination mit Notebooks für Vortrags-reisende großer Beliebtheit – kosten aber deutlich mehr Geld als Geräte, die für den stationären Einsatz als „Home-Cinema“ ausgelegt sind. Bei Letzteren ist die maximale darstellbare Auflösung nicht so entscheidend, dafür aber der verursachte „Lärmteppich“ durch die Gehäuselüfter zur Kühlung der Lampe. Eine Ausnahme bilden hier wiederum die im Frühjahr 2006 eingeführten LED-Beamer, da sie mit ihrer LED-Beleuchtung kaum Hitze verursachen sowie leise und klein sind.

Die Auflösung von LCD– und LED-Beamern wird durch ein durchsichtiges, bildgebendes Miniatur-TFT bestimmt. Bei DLP-Beamern (Digital Light Processing) wird dagegen ein besonderer Chip eingesetzt, auf dem für jeden einzelnen Bildpunkt ein winzig kleiner, beweglicher Spiegel angebracht ist. Je nach seinem Stellwinkel reflektiert er das Licht der Lampe in Richtung Leinwand oder eben nicht. Im Unterschied zu den beiden anderen Varianten können hier aber keine Halbtöne direkt dargestellt werden, sodass diese durch ein schnelles Kippen bzw. Pulsieren der Spiegel erzeugt wird. Und Farben werden entweder (teuer) durch drei separate DLP-Chips erzeugt oder (üblicher) durch die Verwendung eines sich im Lichtkegel drehenden Farbrads. DLP-Beamer haben ein helleres, kontrastreicheres (v.a. für dunkle Farbtöne), feiner aufgelöstes und von TFT typischem Nachziehen freies Bild. Dafür gibt es Probleme mit der Farbdarstellung/-treue, bei Bewegungen erscheinen Regenbogeneffekte (wen ein Farbrad verwendet wird) und gelegentlich kommt es zu Flimmern. Personen mit empfindlichen Augen sollten daher sehr genau hinschauen, ob sie mit einem DLP-Beamer klar kommen. Bei LCD-Beamern stört dagegen eher ein feines, sichtbares Raster, da die Bildpunkte nicht ganz dicht beieinander liegen und man daher eine Art „Fliegengittereffekt“ wahrnehmen kann (ist aber auch je nach Modell und Gesamtauflösung unterschiedlich).

Da bisherige PAL-Videos eine Auflösung von 720 x 576 Pixeln haben (vgl. Fernsehnormen und HDTV), reichen für herkömmliches „Home-Cinema“ eigentlich Geräte mit 800 x 600 Pixeln. Weil DVD-Videos aber meistens ein Bild im 16:9-Format haben, benötigt man für dieses 1.024 Pixeln in der Breite. Gleichzeitig kann man mit dieser XGA genannten Standardauflösung (also 1.024 x 768) auch gut Computerdarstellungen und Diashow vorführen. Wer HDTV-Unterstützung mit Breitbilddarstellung möchte, kann das mittlerweile auch bezahlbar kaufen. Geräte mit Auflösungen von 1.280 x 720 Pixeln (True-HD-Unterstützung) sind kaum noch teurer als die herkömmlichen 4:3-Bürogeräte mit 1.024 x 768. Für eine Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080) muss man aber immer noch sehr tief in die Tasche greifen.

Eindeutige Faktoren, an denen man ansonsten die Lautstärke eines Gerätes erkennen kann, gibt es nicht (abgesehen von den aus der Rolle fallenden LED-Beamern). Hier muss man die Angaben der Hersteller studieren und am besten einen Probelauf „belauschen“. Die Lautstärke hängt stark von den verwendeten Bauteilen (insbesondere dem Lüfter), der Lautstärke der Lampe und Geräusch-dämmungsmaßnahmen im Gehäuse ab. Sie wird meist in Dezibel (dB) angegeben – Werte zwischen 30 und 40 sind marktüblich und erträglich laut. Richtig leise wird es aber erst ab 30 dB abwärts.

Kauf-Tipp: Achte beim Beamer-Kauf auf die Folgekosten durch neue Lampen. Denn diese sind überwiegend sehr teuer und haben eine begrenzte Leuchtzeit. Die meisten Hersteller nehmen die Lampe auch nicht mit in die Garantie auf. Viele Hersteller lassen sich Ersatzbirnen teuer bezahlen (oft viele 100 Euro). Theoretisch wäre es möglich, die Verbrauchskosten für Beamer zu senken, wenn sich die Hersteller auf einheitliche Lampenmodelle und Fassungen einigen würden. Bisher ist das aber leider nicht der Fall. Ebenso verkaufen in vielen Fällen Hersteller beim Wechsel der Lampe gleich zwingend eine neue Gehäusefassung für den Einbau mit (was die Kosten unnötig in die Höhe treibt). Es bleibt zu hoffen, dass die Zukunft hier Verbesserungen für die Verbraucher bringt. Gerade die neuen LED-Beamer versprechen viel, jedoch wird es noch einige Zeit dauern, bis wirklich leucht starke Modelle verfügbar sind. Die derzeitigen Modelle (z.B. von Samsung) erzeugen zwar ein recht gutes, aber sehr lichtschwaches Bild, das man nur in gut abgedunkelten Räumen auf ca. 80 bis 100 cm Diagonale projizieren kann. Dafür sind sie leise, leicht, handlich, werden nicht heiß und benötigen keine Ersatzlampen.

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