Suche im Computerlexikon
Prinzipiell gibt es für die Durchführung eines Backups zwei Möglichkeiten: Beim vollständigen Backup werden alle Dateien gesichert, beim Teilbackup (in inkrementell oder differenziell unterschieden) dagegen nur solche, die sich seit dem letzten Backup geändert haben. Passend dazu gibt es einen Mechanismus, anhand dessen eine Backupsoftware erkennen kann, welche Daten seit der letzten Sicherung verändert wurden – und zwar durch das Vorhandensein (+a) bzw. Nichtvorhandensein (-a) des sogenannten Archiv-Attributs.
Wie unter Attribut ausführlicher erläutert, wird das Archiv-Attribut automatisch an jede Datei vergeben (+a), wenn diese von einem Anwendungsprogramm bzw. vom Betriebssystem bearbeitet wird. Ein Backupprogramm ist bei seiner Sicherung in der Lage, die Archiv-Attribute aller gesicherten Dateien zurückzusetzen (-a). Wird eine Datei nach dieser Sicherung erneut bearbeitet (editiert), kann das Backupprogramm dies am Vorhandensein des Archiv-Attributs erkennen – und anschließend nur diese Datei(en) sichern. Durch diesen einfachen Mechanismus ist ein Teilbackup möglich, bei dem also immer nur die Dateien mit geändertem (neu gesetztem) Archiv-Attribut auf das Backupmedium übertragen werden.
Für die Zeiträume zwischen zwei Vollbackups sollte man regelmäßig (z.B. täglich) ein Teilbackup anlegen. Zusätzliche Backups sind bei grösseren Änderungen am Datenbestand (z.B. Defragmentierung, Aufspielen neuer Programme oder Ähnliches) ratsam. Der Unterschied zwischen inkrementell und differenziell ergibt sich übrigens erst ab einem zweiten Teilbackup. Beide Verfahren sichern im ersten Anlauf gleichermaßen die Unterschiede zu einer vorherigen, vollständigen Sicherung (auf die sich als beziehen). Man könnte auch genauer von „Teilsicherung mit Bezug auf eine vorherige Vollsicherung“ sprechen. Wiederholt man eine solche Teilsicherung ein zweites Mal, arbeitet das differenzielle Verfahren hier immer gleich und bezieht sich immer nur auf das Vollbackup. Das inkrementelle Verfahren nimmt jedoch auch das letzte Teilbackup als Bezug und sichert nur die Änderungen in Bezug zu diesem. Daher sind inkrementelle Backups ab einer zweiten Teilsicherung kleiner als differenzielle. Dafür muss man aber immer alle Zwischensicherungen für eine Wiederherstellung aufbewahren.
Bei Verwendung von Magnetbandlaufwerken (Streamern) oder Wechselmedienlaufwerken sollte man auf eine bewährte Backupstrategie zurückgreifen, um mit möglichst wenig Aufwand zwischen Voll- und Teilbackup zu wechseln und so wenig Datenträger wie möglich benötigen. Diese ist im unteren Tippkasten erläutert. Für ein vollständiges Backup empfiehlt sich ein zeitlicher Rhythmus von einer Woche. Ob man dabei den Datenträger der Vorwoche überschreibt oder einen neuen nimmt (und den alten archiviert), muss jeder nach Kostenaspekten selbst entscheiden. Wem solche klassischen Backupstrategien – die hauptsächlich auf die Verwendung von Magnetbandlaufwerken ausgelegt sind – verständlicherweise zu lästig bzw. umständlich sind, der sollte sich die alternativen Möglichkeiten bzw. Empfehlungen unter Backupprogramme anschauen.
| Praxis-Tipp: Wer bei Nutzung von Bändern oder Wechselmedien wie CDs/DVDs seine Vollbackups nicht wöchentlich überschreiben, sondern einige Versionen vorhalten möchte, sollte auf das Generationsverfahren zurückgreifen. Hier arbeitet man mit jeweils drei Backupzyklen, die man zum leichteren Merken Großvater, Vater und Sohn nennt (daher „Generationsverfahren“). Für die Vollbackups benötigt man drei Medien, für die dazwischenliegenden inkrementellen Backups weitere sieben, sodass man auf zehn Medien kommt, mit denen man einen Backuprhythmus von zwölf Wochen abdeckt. Die drei Vollbackup-Medien beschriftet man mit Monat I, Monat II und Monat III und erstellt damit einmal im Monat (jeden vierten Freitag) alternierend ein Vollbackup. Das ist die Grossvatergeneration. An den drei anderen Freitagen jedes Monats erstellt man mit drei weiteren Medien (mit Freitag I, Freitag II und Freitag III beschriftet) ebenfalls Vollbackups, die man zur Vatergeneration zählt. Die Sohngeneration besteht aus den verbliebenen vier Medien, die man (entsprechend den verbliebenen vier Tagen) mit Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag beschriftet. Mit diesen erstellt man an jedem dieser Wochentag ein inkrementelles Backup. |