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Auslagerungsdatei, die; Subst. (swap file)
Eine versteckte Datei auf der Festplatte, die von Windows zur Speicherung von nicht in den Hauptspeicher passenden Programmteilen und Dateien verwendet wird. Je nach Bedarf verschiebt das Betriebssystem die Daten aus der Auslagerungsdatei zurück in den Hauptspeicher. Der umgekehrte Vorgang erfolgt, wenn im Hauptspeicher Platz für neue Daten benötigt wird. Die Auslagerungsdatei ist eine Form des virtuellen Speichers.
Die Speicherverwaltung eines modernen Betriebssystems kann den ihr zur Verfügung stehenden Arbeitsspeicher virtuell vergrößern, indem nicht benötigte Speicherbereiche in eine Auslagerungsdatei auf die Festplatte „ausgelagert“ und bei Bedarf – im Austausch mit anderen Bereichen im RAM – wieder eingelesen werden. Der so erzeugte zusätzliche Arbeitsspeicher wird virtueller Arbeitsspeicher [virtual memory] genannt. Er wird immer dann wichtig, wenn der vorhandene physikalische Arbeitsspeicher (RAM) für Programmmodule und Dokumentdaten nicht ausreicht. Da der Zugriff auf eine Festplatte deutlich langsamer ist als auf das RAM (ca. Faktor 100), wird ein Rechner deutlich in seiner Performance ausgebremst, wenn stark auf eine Auslagerungsdatei zurückgegriffen wird. Vgl. empfohlene Speichermengen für moderne PCs bei Arbeitsspeicher.
Früher galt die Faustregel, dass eine Auslagerungsdatei dreimal so groß wie der vorhandene DRAM-Datenspeicher sein sollte. Bei modernen PCs gilt Faktor 1,5, den auch Windows XP oder höher für eine automatische angelegte Auslagerungsdatei verwendet. Wer ausreichend Platz auf seinen Festplatten hat und die Leistung des Systems ausreizen möchte, kann eine maximale Größe von 4.096 MByte pro Auslagerungsdatei einstellen. Wer zum Arbeiten tatsächlich einen so hohen Speicherbedarf hat, sollte unbedingt mehr RAM anschaffen und/oder auf ein modernes 64-Bit-System umsteigen. Doch inzwischen haben die meisten neueren Computer bereits das 64-Bit-System installiert. Die Größenbegrenzung pro Auslagerungsdatei auf 4-GByte gilt übrigens nur für die 32-Bit-Versionen von Windows. Die 64-Bit-Varianten können (theoretisch) Auslagerungsdateien im TByte-Bereich verwalten.
Umgekehrt ist die komplette Deaktivierung einer Auslagerungsdatei auch auf Systemen mit viel RAM nicht sinnvoll (wenn sie auch möglich ist), weil Windows auf eine gewisse, wenn auch geringe Nutzung der Auslagerungsdatei ausgelegt ist und bei Abstürzen versucht, hier Informationen aus dem RAM zur besseren Systemwiederherstellung abzulegen.

Einstellung der Auslagerungsdatei unter Windows: in den meisten Fällen bringt das automatischen Verwalten die besten Ergebnisse.
| Praxis-Tipp: Wenn genügend Speicherplatz auf der Festplatte vorhanden ist, sollte man möglichst eine permanente Auslagerungsdatei fixer Grösse anlegen. Das dafür verwendete Laufwerk sollte auf einer zweiten Festplatte liegen, möglichst leer sein oder anschließend einer Defragmentierung unterzogen werden. Wenn dies nicht möglich ist, empfiehlt sich eine eigene Partition auf demselben Laufwerk. Linux setzt eine eigene Swap-Partition bei der Installation voraus. Moderne, speicherintensive Programme (z.B. zur Bildbearbeitung) haben zudem oft eigene (zusätzliche) Auslagerungsdateiroutinen. |
Siehe auch:
Speicher
virtueller Speicher