Anonymisierer [Anonymizer]

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Anonymisierer sind Programme und/oder Dienstleister, die es einem Internetnutzer ermöglichen, (nahezu) anonym durchs Netz zu surfen, indem sie seine IP-Adresse maskieren. Technisch funktioniert das Ganze meist nach dem einfachen Prinzip, dass man zwischen dem eigenen PC und dem Internet einen sogenannten Proxyserver schaltet. Dieser Proxyserver reicht alle Anfragen an das Internet weiter und leitet die einkommenden Seiten wiederum an den bei ihm angemeldeten Benutzer zurück. Alle Internetseiten, die der Surfer besucht, „sehen“ daher nur noch die (immer gleich) IP-Adresse des Proxysevers, aber nicht mehr die nur noch (immer gleiche) IP-Adresse des Proxyservers, aber nicht mehr die des eigentlichen Anwenders. Dessen wahre IP-Adresse ist nur dem Proxybetreiber bekannt – und (im Wesentlichen) kann man nur über diese im Internet persönlich identifiziert werden. Durch Cookies, Scripts oder möglicherweise sogar installierte Erweiterungen (z.B. ActiveX-Controls, Java-Applets etc.) kann der Server einen unter Umständen aber immer noch wiedererkennen und ausspionieren.

Bei der modernen Variante des anonymen Surfens wird eine verschlüsselte VPN-Verbindung zum Server eines Dienstleisters (der die entsprechende Anonymisierungssoftware samt Dienstleistung verkauft) aufgebaut. Der gesamte Internetdatenverkehr wird über diesen Server und dann über die verschlüsselte VPN-Verbindung an den Rechner weitergeleitet, sodass nicht mal der Internetprovider noch erfährt, welche Webseiten bzw. Up- und Downloads man genutzt hat.

Eine verbleibende Sicherheitslücke in diesem System ist natürlich die Vertrauenswürdigkeit – oder Verschwiegenheit – des Proxybetreibers bzw. Anbieters des VPN-Servers. Solange niemand Zugriff auf dessen Protokolle bekommt, kann der Nutzer von niemandem mehr über seine IP-Adresse zugeordnet werden. Gründe, warum man anonym im Internet surfen möchte, kann es viele geben. Und diese müssen nicht automatisch krimineller Natur sein, wie oftmals von Gegner solcher Dienst angeführt wird. Das empfehlenswerte Anonymizer-Projekt JAP der Universitäten Dresden und Regensburg (anon.inf.tu-dresden.de) weist auf seinen Webseiten extra darauf hin, dass Anonymität im Internet eigentlich zu einem Grundrecht gehören.

Freeware-Tipp: Es gibt nur wenige „Freeware“-Anonymisierungslösungen. Zum einen wäre da der schon erwähnte JAP-Dienst der Uni Dresden bzw. dessen kostenloser Ableger AN.ON. Dann ist da noch der Umleitungsservice Anonymouse.org, der keinerlei Änderungen bzw. Konfigurationen am PC benötigt und sofort benutzt werden kann, dafür aber auch die geringste Anonymitätssicherheit und Flexibilität bietet. Quasi das andere Ende der Fahnenstange ist Tor (www.torproject.org). Es ist die derzeit wohl professionellste „Tarnkappenlösung“ im Internet, aber es verlangt auch einige Sachkenntnis bzw. Beschäftigung mit dem System, um es zu nutzen. Tor ist ein regelrechtes anonymes Kommunikationssystem, das über die Möglichkeiten eines einfachen Proxys oder Umleitungsdienstes hinausgeht. Weitere Informationen (auch auf Deutsch) finden Sie auf der genannten Webseite.

Zusätzlich zu diesen kostenlosen Lösungen gibt es natürlich auch kommerzielle Anbieter, beispielsweise den amerikanischen Proxydienst www.anonymizer.com sowie den deutschen Anbieter SaferSurf (www.safersurf.com). Beide arbeiten mit einem festen Internet-Proxyserver, bei dem man sich dauerhaft anmeldet. Bei SaferSurf gibt es außerdem das Zusatzangebot, die Daten durch den Proxy gleichzeitig auch auf Schadprogramme hin zu untersuchen, einen Spamfilter zu nutzen und eine Datenkompression hinzuzuschalten, was die Geschwindigkeit beim Surfen etwas erhöht. Mit Kosten von 6 Euro pro Monat für jede einzelne Dienstleistung (oder ca. 10 Euro für das Komplettpaket) ist das Angebot aber recht kostenintensiv.

Des Weiteren gibt es kommerzielle Anonymizer-Programme wie ArchiCrypt Stealth (www.archicrypt.de) und Steganos Internet Anonym VPN (www.steganos.com). Sie kosten einen einmaligen Anschaffungspreis von ca. 25 bis 50 Euro. Anschließend wird man über die Software mit sich variabel ändernden Proxyservern oder per VPN mit einem entsprechenden Server verbunden. Bei JAP und Anonymouse.org surft man über einen einzigen, festen Proxy. Anonymizer-Programme muss man auf jedem PC im LAN installieren (und auch dafür lizenzieren). Welcher Variante man den Vorzug gibt, hängt auch von der Auslastung der Anbieter ab und ob man nur einen Rechner hat oder mit mehreren Computern im LAN anonym surfen will. In fast allen Fällen spürt man aber eine deutlich verringerte Surfgeschwindigkeit, und zwar umso mehr, je stärker die Anonymisierungsdienste beansprucht werden. Bei Diensten, die mit VPN-Verschlüsselung arbeiten, kommt es außerdem zu einer leicht erhöhten CPU-Last.

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