Absturz [crash]

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Den unerwarteten Abbruch eines Programms bezeichnet man als Absturz. Wirkt sich dieser Absturz auf das gesamte (Betriebs-)System aus, sagt man umgangssprachlich auch, der Computer habe sich „aufgehängt“ [hangup]. Aus Abstürzen können sich Probleme ergeben, wenn im Arbeitsspeicher befindliche Daten zuvor nicht ordentlich auf einen festen Datenträger geschrieben wurden. Die folge können Datenverluste und/oder sogar Defekte am Dateisystem des Datenträgers wie z.B. der Festplatte sein.

Die meisten Abstürze entstehen durch sogenannte Schutzverletzungen, wenn Programme unerlaubt Daten im Arbeitsspeicher überschreiben. Im Englischen werden Schutzverletzungen auch als GPF (General Protection Failure oder Fault) oder Bluescreen, bezeichnet, da unter Windows beim schweren Absturz oft eine ganzseitige Fehlerdarstellung auf blauem Hintergrund angezeigt wird.

Wenn sich ein Programm aufgehängt hat, ohne sich dabei selbst aus dem Arbeitsspeicher zu entfernen, muss man dies eventuell „gewaltsam“ selbst übernehmen. Einzelne nicht mehr reagierende Programme kann man unter Umständen mit dem Task-Manager „abschießen“. Für den kompletten PC steht die Reset-Taste zur Verfügung. Fehlt diese (wie bei Notebooks meist der Fall), hilft ein vier Sekunden langes Drücken des Ein-/Aus-Schalters.

Umgangssprachlich nennt man einen Absturz auch einen IT-Systemabsturz. Ein IT-Systemabsturz kann viele Ursachen haben, je nach System und Umgebung. 

Mögliche Ursachen für einen Systemabsturz:
1. Hardware-Fehler
z.B. defekte Festplatten, RAM-Probleme oder Netzwerkausfälle.
2. Ressourcenmangel
z.B. volle Speicherauslastung, CPU-Überlastung oder zu wenig freier Speicherplatz.
3. Fehlgeschlagene Updates/Patches
Windows- oder SharePoint-Updates, die unerwartete Probleme verursachen.
4. Fehlkonfigurationen
Änderungen an System- oder Anwendungsparametern, die zu Instabilität führen.
5. Datenbankprobleme
SQL Server-Ausfälle oder Korruption von SharePoint-Inhalten.
6. Sicherheitsvorfälle
Malware, Ramsonwre oder unerlaubte Zugriffe.
7. Software-Bugs
Fehler in SharePoint, .NET oder anderen abhängigen Diensten.

Vorgehen zur Analyse und Fehlerbehebung:

  1. Logfiles prüfen

    • Windows Event Viewer (eventvwr.msc → System- und Anwendungslogs).

    • ULS Logs von SharePoint (C:\Program Files\Common Files\Microsoft Shared\Web Server Extensions\16\LOGS).

    • SQL Server Logs (bei Datenbankproblemen).

  2. Status der Dienste prüfen

    • Sind alle wichtigen SharePoint-Dienste (SharePoint Timer Service, Search Service, IIS, SQL Server) aktiv?

    • Gibt es hohe CPU-/RAM-Auslastung durch bestimmte Prozesse (Task Manager oder Resource Monitor)?

  3. Letzte Änderungen analysieren

    • Wurde kürzlich ein Update oder ein Konfigurations-Change durchgeführt?

    • Sind Datenbank-Backups aktuell und funktionsfähig?

  4. Wiederherstellung & Rollback

    • Falls der Fehler durch ein Update verursacht wurde, kann ein Rollback oder Snapshot helfen.

    • Notfalls ein Failover auf eine sekundäre Instanz, falls eine Hochverfügbarkeit (HA) eingerichtet ist.

  5. Langfristige Lösungen & Prävention

    • Monitoring mit SCOM/Azure Monitor verbessern, um frühzeitig Alarme zu erhalten.

    • Regelmäßige Backups & Failover-Strategien einführen oder optimieren.

    • Lasttests & Ressourcenmanagement (z. B. Auto-Scaling in der Cloud) optimieren.

Praxis-Tipp: Unter Windows kann man die Anzeige von Bluescreens unterdrücken und einen sofortigen Neustart bewirken. Eine entsprechende Option findet man in den Eigenschaften des Systems in der Systemsteuerung. Da die Informationen eines Bluescreens für den Endanwender nicht sonderlich hilfreich sind, ist es durchaus sinnvoll, diese Option zu nutzen.

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